Tag der offenen Gartentür


25. Juni 2017

 

Mehr als ein Blick in private Gartenparadiese

  

Der Tag der offenen Gartentür ist ein besonderes Gartenfest für Gartenfreunde. Am Sonntag, den 25. Juni sind 17 Gärten für Besucher geöffnet, von der Mainschleife bis zum Steigerwald. Zu sehen sind Blumen- und Gemüsegärten, Wohngärten und Gärten mit einem speziellen Thema. Es sind kleine und große, alt eingewachsene und neu angelegte Gärten, einfach und aufwändig gestaltete Anlagen.

 

So unterschiedlich sie auf den ersten Blick sind, allen gemeinsam ist, es sind schöne Orte, gegärtnert wird mit der der umgebenden Landschaft, mit den Besonderheiten des Ortes und mit der Natur.

 

Alle verbinden das Schöne mit dem Nützlichen, einige Teilnehmer können sich sogar aus ihrem Garten selbst das ganze Jahr über mit Gemüse, Kräuter und Beeren versorgen. Ausgefeilt gärtnern Dietmar Berger in Mainbernheim, Doris und Bruno Sauer in Astheim und Maria und Ottmar Sauer in Sommerach. Maria Sauers Kräutergarten ist ihre Apotheke, für alles ist ein Kraut gewachsen.

 

In Sommerach erfahren bereits die Grundschulkinder das Gärtnern auch kindeleicht sein kann. Der Obst- und Gartenverein und die Grundschule Sommerach zeigen den gemeinsam angelegten Schulgarten. Auch Monika Weidt im Kitzinger Stadtteil Hohenfeld hat sich dem Gärtnern mit Kindern verschrieben. Als Kinder- und Jugendgruppenleiterin im Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Kitzingen weiß sie, was es in Garten und Landschaft zu entdecken gibt.

 

An der Bergkirche in Hohenfeld startet der Tag mit der Eröffnungsfeier um 9.30 Uhr, anschließend findet ein Garten-Gottesdienst im Freien statt. Der Friedhof um die Bergkirche ist der älteste im Landkreis, seit mindestens 766 Jahren ist dort der ewige Garten der Gemeinde. Über dem Maintal gelegenen, mit einem weiten Blick ins Kitzinger Land, ist es ein Paradies, sogar für seltene Tiere und Pflanzen. In Hohenfeld bietet sich ein Rundgang an, zum schönen klassischen Bauerngarten der Familie Sattes, mit eigener Pflanzenkläranlage, dem Obst- und Nutzgarten der Familie Heerlein und dem Wohngarten der Familie Schmitt. Dort wird nur bei allerhöchster Trockenheit bewässert, doch Sträucher und fruchtende Bäume spenden Schatten, viele Blütenpflanzen locken Insekten an.

 

Noch im Maintal und fast benachbart liegen die reich strukturierten Wohngärten von Marianne und Thomas Hetterich und Pia und Thomas Siegmund. Die Gärten von Monika Conrad und von Lorenz Hain und Melanie Hain-Conrad liegen in Kleinlangheim direkt nebeneiander, wie in Marktsteft sind es ganz unterschiedliche Gartenräume, mit vielfältigen Pflanzen und persönlich gestalteten Gartenelementen. Im malerischen Bauerngärtlein gegenüber am Bach ist sogar Platz für eine Hühnerschar.

 

Die Tiere stehlen im Garten von Klemens Fittkau im Waldhof bei Hellmitzheim den Pflanzen fast die Schau. Viele Großbäume und eine Fülle an englischen Rosen rahmen Koppel, Auslauf und Reitplatz der Paso-Finos, auch im Hof selber bewegen sich die eleganten Pferde.

 

Der Garten ist ein Ort, in dem wir dem Alltagsgetriebe enthoben sind. Im Bibelgarten in Mainstockheim zeigen sich die die gärtnerischen Wurzeln unserer Kultur und welche Paradiese mit ein wenig, oder mehr, Mühe entstehen. Seit 2013 gärtnern hier eine Handvoll Freiwilliger, den Pflanzen aus der Bibel sind die entsprechenden Texte gegenübergestellt. „Ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen, “ sagt der Gärtner über den Feigenbaum, der keine Früchte trägt, bevor der Baum gefällt werden muss, eine Überlegung, die viele Gärtner kennen werden.

 

Infos, Karte und Routenplanung unter

www.kitzingen.de/offene-gaerten

 

Die teilnehmenden Gärten sind:

 

Friedhof Bergkirche St. Margarete, Friedhofweg, 97318 Kitzingen-Hohenfeld

Familie Schmitt, Am Schwaben 16, 97318 Kitzingen-Hohenfeld

Familie Sattes, Michelfelder Weg 26, 97318 Kitzingen-Hohenfeld

Familie Heerlein, Im Hasenlauf 8, 97318 Kitzingen-Hohenfeld

Familie Weidt, Marktbreiter Weg 20, 97318 Kitzingen-Hohenfeld

Bibelgarten Mainstockheim, Am Kirchberg 8, 97320 Mainstockheim

Barbara und Gerhard Klebrig, An der Setz 8, 97332 Volkach-Astheim

Doris und Bruno Sauer, An der Setz 11, 97332 Volkach-Astheim

Maria und Otmar Sauer, Am Maintor/Dorfgraben, 97334 Sommerach

Familie Camerer, Maintorstraße 17, 97334 Sommerach

Schulgarten, Raiffeisenstraße 9, 97334 Sommerach

Marianne und Thomas Hetterich, St.-Stephan-Straße 8, 97342 Marksteft

Pia und Thomas Siegmund, St.-Stephan-Straße 17, 97342 Marktsteft

Klemens Fittkau, Waldhof 2, 97346 Iphofen-Hellmitzheim

Dietmar Berger, Drahnstraße 16, 97350 Mainbernheim

Monika Conrad, Am Castellbach 3, 97355 Kleinlangheim

Melanie und Lorenz Hain-Conrad, Am Castellbach 3, 97355 Kleinlangheim

 


26. Juni 2016

 

Route https://goo.gl/maps/wuT9t1smuEB2

 

Seit Wochen arbeiten sie unermüdlich, um ihren Garten zum Tag der offenen Gartentür im besten Licht zu zeigen. Am Sonntag, den 26. Juni von 10 bis 17 Uhr öffnen acht Gärten in Stadt und Landkreis Kitzingen für Besucher. Der Eintritt ist frei.

  

Fotos und Informationen finden Sie unter www.kitzingen.de/gartenkultur

 

 

Andreas Brandner – der Garten verbindet

 

Erst im vergangenen Jahr hat Andreas Brandner, ein gelernter Landschaftsgärtner, den 60 m² kleinen Garten unter seine Hände genommen. Mit der Zustimmung der Eigentümerin des Gartens, der Baugenossenschaft für den Landkreis Kitzingen eG, legte Andreas Brandner ein verstecktes Paradies frei, das seit langem überwuchert war. Es zeigt sich, die gekonnte Pflege ist das wichtigste Mittel einer gelungenen Gartengestaltung. Die Hecken um das Gärtchen sind verjüngt, die Rosen an der Hauswand bekommen wieder Licht und Nahrung. Unter der Hemlocktanne ist so ein Sitzplatz entstanden, Stauden und Gräser sind gepflanzt und der Rasen erneuert. Warum die ganze Mühe? „Ja, ich gärtnere den ganzen Tag, aber hier in meinem eigenen Garten schalte ich völlig ab.“

 

Nachbarn bleiben stehen um den Garten zu bewundern und kommen ins Gespräch. Die Nachbarskinder helfen beim Säen der Kräuter. Andreas Brandner erklärt geduldig, was zu tun ist. „Der Garten verbindet“, sagt er.

 

Wörthstraße, Ecke Bismarckstraße, 97318 Kitzingen

 



 

 Werner W. Siebert – sinnenvolles Gartenerleben

 

Im Garten Siebert sind mit den Jahren sehr persönliche Pflanzensammlungen zusammengewachsen. Vor allem Funkien, Clematis und Rosen haben es Werner W. Siebert angetan. Der Duft der Blüten, auch der Blätter und Rinde ist ihm besonders wichtig. Bei jedem Schritt bieten sich neue Eindrücke. Kräuter rahmen die Blumenbeete. Das Gemüse wächst in gemauerten Hochbeeten im Hang.

 

 Überall laden kleine Sitzplätze zum Verweilen ein. Alle Gartenräume sind mit einem schmalen Fußweg verbunden. Die Gartenmöbel, Rankhilfen und Skulpturen sind vielfältig in der Form, aber alle aus Metall, von Werner W. Siebert selber geschmiedet.

 

 Am Hädler 5, 97320 Mainstockheim

 



 

 Gisela Prautzsch – Grün in jeder Schattierung

 

Der Garten von Gisela Prautzsch entwickelte sich aus einem Obstgarten, am Südhang zum Main hin gelegen. Viele Obstbäume blieben erhalten, selbst nachdem sie über die Jahre vergreisten. Mit Kletterpflanzen begrünt sind sie zu lebenden Skulpturen geworden. Gisela Prautzsch ergänzte den Bestand mit seltenen Arten wie Mispeln, Quitten und Feigen. Ein großer Strauch trägt besonders saure Mirabellen, die eine hochgeschätzte Marmelade abgeben. Geschnittene Hecken, Lesesteinmauern aus selber gesammelten Steinen und Holländische Gardinen, Lindebäume, die in Spalierform gezogen sind, rahmen die Gartenräume.

  

Gisela Prautzsch ist höchst interessiert an Gartenkunst und Grafik, deshalb ist ihr die „Zeichnung“, die Formen und Texturen, wichtiger als Farben. Die unterschiedlichsten Schattierungen von Grün kommen so zur Geltung. In diesem Garten spielen Blumen und Blüten einmal nicht die Hauptrolle.

 

 Albrecht-Dürer-Straße 10, 97335 Dettelbach

 



  

Anita Krämer-Gerhard – Selbstversorger in geschichtsträchtigen Rahmen

  

Die Kartause Astheim wurde im Jahr 1409 gegründet. Das Wirken der Kartäusermönche prägt die Landschaft an der Mainschleife bis heute. Seit der Auflösung des Klosters vor über 200 Jahren sind die Gärten und die verbliebenen Gebäude in Privatbesitz oder gehören der Gemeinde. Anita Krämer-Gerhard hat sich der Pflege des Prioratsgartens im Innenhof der Kartause angenommen. Auf ca. 150 m² erstreckt sich ein klassischer ländlicher Nutzgarten. Am Rand gedeihen Blütensträucher, viele Blumen und Kräuter. Sie umgeben einen mit vielerlei Arten und Sorten bepflanzten Nutzgarten. Der Ort ist geschützt, die Gebäude speichern Wärme und geben diese ab, wärmeliebendes Gemüse wie Tomaten und Auberginen gedeihen deshalb bestens.

  

Anita Krämer-Gerhard gartelt leidenschaftlich. Sie verbessert den sandigen Boden, sammelt Pflanzen und sät sogar Rosensträucher aus.

  

Innenhof der Kartause Astheim, 97332 Volkach-Astheim
bitte Parkplätze am Main benutzen, gleichzeitig findet das Weinfest Cartusia Flair der Festgemeinschaft Astheim nebenan im Hof der Kartause statt

 



 

Birgit und Andreas Rapp – seit vielen Jahren wandelbar

 

Der Garten Rapp, am Fuß des Weinbergs Stettenburg, ist seit vielen Jahren immer wieder geöffnet, in diesem Jahr sind die Rapps zum achten Mal dabei. Vieles hat sich gewandelt, Bäume sind gewachsen, neue Plätze und ein Wasserlauf sind dazu gekommen. Die Staudenbeete entwickeln sich prächtig, in jedem Jahr, sogar zu jeder Tageszeit, entstehen neue Gartenbilder.

 

„So viele Blumen haben wir hier erst, seit wir Schatten haben, nachdem die Bäume und Sträucher nun groß genug sind“, sagt Andreas Rapp. Im mainfränkischen Klima gelten eigene Gartenregeln. Was im Garten Rapp gedeiht, ist bestens angepasst.

 

 Um 10 Uhr findet im Garten Rapp die Eröffnung des Tages der offenen Gartentür mit Landrätin Tamara Bischof und dem Kreisvorsitzenden der Gartenvereine Karl Wolf statt, musikalisch begleitet vom Gitarrentrio unter Leitung von Barbara Hölzer.

  

Zur Stettenburg 9, 97332Volkach-Obervolkach

 



 

 Angelika Müller und Werner Reuß – geheimer Hof-Garten

  

Angelika Müller genießt ihren Hof fast das ganze Jahr, „gerade auch bei Regen“, sagt sie. Der Hof-Garten liegt ganz versteckt mitten im malerischen Prichsenstadt. Das Anwesen ist mehr als 200 Jahre alt. Das Wohnhaus und die Nebengebäude, die ehemaligen Ställe und Scheunen, durften ihren Charakter behalten. Auch der Hof wurde ganz behutsam den heutigen Bedürfnissen angepasst. Eine riesige Trauerweide und ein üppiger Blauregen sind das grüne Dach, die Wände sind mit Wildem Wein, Clematis und anderen Kletterpflanzen begrünt. Blumen, Kräuter und Kleinsträucher wachsen meistens in Töpfen. So können die Pflanzen leicht immer wieder neu angeordnet, aber auch aus dem Weg geräumt werden, wenn zum Beispiel die Weide wieder gebändigt werden muss. Im Schatten des Weidenbaums, fast ohne Gartenboden, darf alles wachsen, wächst aber auch nichts so leicht über den Kopf.

 

über Kirchgasse 21, 97357 Prichsenstadt

 



 

 Monika Conrad – ein Garten ist niemals fertig

 

„In meinem Garten ist gerade wieder an vielen Stellen Baustelle“, meinte Monika Conrad noch vor wenigen Wochen. Immer wieder gibt es in einem Garten etwas zu verbessern, zu reparieren oder neu zu gestalten, etwa, wenn manche Gehölze zu groß werden. Ein Garten ist niemals fertig, und bei keinem Besuch sieht er gleich aus. Monika Conrad hat ihrem Garten einen starken gebauten Rahmen gegeben. Eine Pergola schließt die Seiten zur Straße und zum Nachbargrundstück hin. Eine barocke Toranlage aus Sandstein ist hier überraschend eingepasst. Von den vielen Sitzplätzen aus lässt es sich im Garten leben. In den Beeten mischt sich das Angenehme mit dem Nützlichen. Gemüse und Blumen sind gleich zierend.

 

 Der Garten Conrad ist noch einmal im Herbst geöffnet, am 16. Oktober von 15 Uhr bis 17.30 Uhr wird der Garten zum Grünen Salon, mit Liedern, Lesung und Konzert.

 

 Am Castellbach 3, 97355 Kleinlangheim

 



 

 Thomas und Patrizia Siegmund – Kultur-Garten

 

 Ein Grüner Salon ist auch der Garten Siegmund, offen für Lesungen, Ikebana- und Musikvorführungen. Das Wohnhaus ist in den Hang gebaut, so ergeben sich zwei Gartenebenen, der Vorgarten und der Wohngarten. Schmale Fußwege im Hanggarten verbinden die Ebenen. Ein eher schmaler Rasenteppich ist von schönen Gartennischen umgeben. Neben Besonderheiten, wie einer Heckenbank, dem Knotenbeet, selbstgezogenen Bonsais und Pflanzenraritäten, dürfen Wildkräuter und Wildblumen gedeihen und im Garten umher wandern.

 

 „Leider ist die Wisteria Ende Juni immer schon abgeblüht“, bedauert Thomas Siegmund. Auch die Wisteria, ein Blauregen, samt sich gerne aus. Thomas Siegmund schneidet deshalb alles Abgeblühte ab. In diesem Jahr waren es über 1400 Blütenrispen.

  

St.-Stephan-Straße 17, 97342 Marktsteft

 


Text und Bilder von Mechtild Engert, LA Kitzingen, Kreisfachberatung